Gewalt unter Jugendlichen
Artikel erschienen in: Gewalt 3. January 2008

Deutschland Die Gewalt unter Jugendlichen, sei es untereinander oder gegen andere Altersgruppen scheint in der Bundesrepublik langsam aber sicher Überhand zu nehmen. Dies lässt sich nicht nur an dem Beispiel, des kürzlich in München schwer verletzten Rentners anführen, der aufgrund seiner Kollegialität von zwei Jugendlichen schwer misshandelt wurde, sondern auch die weitaus näher vor unserer Tür liegende Hetzjagd im Landkreis Meckelfeld, bei der nach Angaben des Abendblattes ca. 15 Jugendliche auf zwei Männer einprügelten, um sie dann auszurauben. Hier lässt sich also erkennen, dass wir uns in Deutschland, vor allem aber auch vor unserer eigenen Haustür mit einem sehr stark ausgeprägten Problem auseinander setzen müssen.
Doch wie gilt es dieses Problem aus der Welt zu schaffen? – Etwa durch die von der CDU/CSU geforderten Erziehungscamps?
Wir Jusos fordern von unserer Regierung nicht eine Abschiebung der zum Großteil als Ausländer bezeichneten Täter bzw. eine Verlängerung der Haftzeiten, welche alle Straftäter betreffen würde, denn dass eine höhere Bestrafung nicht wirklich förderlich für eine Gewaltprävention ist wissen wir spätestens seit der Studien zur Todesstrafe in den USA. Stattdessen muss den Jugendlichen viel mehr eine Chance aufgezeigt werden, damit sich die Gewalt nicht noch mehr als alltägliche Herausforderung des Lebens deklarieren kann. In dieser Hinsicht ist es sicherlich auch gänzlich falsch einen ausländischen jugendlichen Straftäter in seine alte Heimat abzuschieben, da dies nur eine Umlagerung des Problems darstellt. Den verbleibenden ansässigen Jugendlichen wird wiederum kein Reiz geliefert, ihr Leben wieder in den Griff zu bekommen.
Es liegt also in unserer Aufgabe und auch in unseren Möglichkeiten Deutschen Jugendlichen und selbstverständlich auch nicht Deutschen Jugendlichen eine nachhaltige Chance und auch einen Anreiz zu bieten, ihr Leben wieder in geordnete Bahnen zu bewegen um so das Problem Gewalt aus der Welt schaffen zu können, denn gewaltbereite Jugendliche gehören meist schon zu der Gruppe der Verstoßenen und so kann es nicht in die ernsthafte Überlegung gezogen werden diese Verstoßenen noch weiter an den Rand der Gesellschaft abzudrängen und sie in sogenannte Erziehungscamps Amerikanischer Art zu stecken.
Wir Jusos werden in der nächsten Zeit also in Zusammenarbeit mit Sören Schumacher dem Harburger Spitzenkandidaten der SPD und Luis Marques versuchen ein Programm zu erarbeiten, mit dessen Hilfe die Gewalt unter Jugendliche, sei es an Schulen, wie in der Freizeit eingeschränkt werden kann. Ohne dabei auf Mittel wie Abschiebungen oder Erziehungscamps zurückgreifen zu müssen.
Habt Ihr noch Fragen? Oder wollt Ihr nähere Informationen über dieses Thema?
Dann sendet eine Mail an unseren Vorstand




2 Kommentare Deinen eigenen Kommentar hinzufügen
1. Pantherchen | Geschrieben 6. January 2008 / 20:13
Mich regt momentan tierisch auf, dass die CDU und auch Zypries, sich für härtere und längere Strafen aussprechen. Von wegen straffällige Jugendliche in irgendwelche Camps zu stecken. wo sind wir denn hier?
ich denke, dass härtere Strafen, der total falsche Ansatz sind und nichts an der Situation ändern werden. Diesen Jugendlichen muss von Anfang an gezeigt werden, das Gewalt keine Lösung ist. In uns Jugendliche(und Kinder) sollte investiert werden und nicht immer mehr Gelder gestrichen werden in Sachen Bildung, so wie es die CDU nur zu gerne tut.
Wenn man Jugendlichen eine Zukunft mit Perspektiven auf eine Ausbildung oder Job bieten kann, werden die gewalttätigen Übergriffe sein Ende nehmen.
2. André Behrens | Geschrieben 8. January 2008 / 22:27
Dieses Model von der CDU halte ich persönlich für sehr schlecht, da es sich nämlich nur mit der Gier nach Macht auf den Schultern einer längst nicht als völlig kriminell zu bezeichnenden Minderheit, hier manifestiert in der Gruppe von Menschen mit einem Migrationshintergrund bezeichnen lässt.
Natürlich, und auch verständlicher Weise schreit das Volk im Moment nach einem großen Beschützer, der die Straßen von der Kriminalität, den Bandenkämpfen und den Schlägern befreit. Doch wird diese Angst und die Wut auf die brutal ausgeführte Gewalt hier missbraucht und schier ausgenutzt, um die eigene Position im Wahlkampf zu stärken und das kritische Auge des Wählers von der eigentlichen Problematik, welche nämlich die fehlende Integration und auch den Fehlende Umgang mit Straftätern, egal welcher Herkunft betreffen abzuwenden und so, wie von Beck richtig diagnostiziert in eine schwere Art des Rechtspopulismus zu verfallen.
Diese Art der Debatte wird so allerdings nicht als ein wirksames Mittel zur Gewaltprävention geltend gemacht werden können, da ein Zeitbegrenztes Wegsperren der Täter das jeweilige Gemüt in keiner Weise beruhigen wird und nur einen Rückfall begünstigt.
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