Jusos unterstützen Volksbegehren – “Primarschule” ist eine Mogelpackung

Artikel erschienen in: Presse 8. May 2008

Artikel geschrieben von Falk

Der Kreisvorstand der Jusos in der SPD Harburg hat sich dafür ausgesprochen, das am 08. Mai angemeldete Volksbegehren „Eine Schule für alle“ zu unterstützen. Die Einführung einer Gemeinschaftsschule sichere gleiche Chancen für alle Kinder, unabhängig vom Elternhaus, sagte Falk Wagner aus dem Vorstand der jungen Sozialdemokraten. Dabei würde durch individuelle Förderung erreicht, dass kein Schüler zurückbleibt oder sich langweilen muss.
Die Harburger Junggenossen streben daher an, den für die Volksinitiative im letzten Jahr erfahrenen großen Zuspruch der Bürgerinnen und Bürger nun auch im nächsten Schritt hin zum Volksentscheid wieder zu mobilisieren.

Heftige Kritik gab es hingegen für die von Schwarz-Grün geplante ‚Primarschule’. „Wenn der Grundschulstandort wie geplant frei wählbar wird und Gymnasien direkt an die neuen Grundschulen angeschlossen werden können, wird sich die Aussortierung der Schüler in Stadtteilschule und Gymnasium faktisch in die Vorschule verlagern. Wie soll ein Kind, das nicht schon alle Bildung vom Elternhaus mitbekommt, da noch aufholen?“, so Falk Wagner weiter. Die Jusos kritisieren außerdem, dass durch die Aufteilung nach der 6. Klasse in einer sehr schwierigen Altersphase der Jugendlichen über ihre gesamte schulische Zukunft entschieden wird. „Wo CDU und GAL ‚längeres gemeinsames Lernen’ schreiben, müsste eigentlich ‚noch frühere Auslese’ stehen“, ergänzt Jan-Philipp Schucher, ebenfalls Mitglied im Kreisvorstand. „Echte Hilfen für sozial schwache Kinder wie etwa die Abschaffung des Büchergeldes werden im Koalitionsvertrag nicht einmal erwähnt. Statt immer nur über soziale Gerechtigkeit zu schwadronieren, sollten CDU und GAL lieber wirklich etwas für die Benachteiligten bewirken.“

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